Teil eines Werkes 
1. Theil (1844)
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nur, weil ihr edles Herz keinen Betrug dulden konnte, hatte ſie ſich ſelbſt an ihr Verſprechen gemahnt. So that ich denn einen tiefen Athemzug, blickte ihr treu⸗ herzig in die Augen und ſagte:

„Mit nichten, meine ſchöne Dame, gedenke ich von einem Verſprechen Gebrauch zu machen, was Ihr unauf⸗ gefordert und ſehr übereilt ausgeſprochen habt. Ihr ſeid mir nichts, gar nichts ſchuldig, und da ich Euch jetzt in guten Händen weiß, ſo will ich Euch verlaſſen, und für mein weiteres Unterkommen Sorge tragen. Wenn Ihr mir aber etwas zu Liebe thun wollt, ſo geht mir die Hand, und ſagt mir, daß ich als ein braver Seemann meine Schuldigkeit gethan habe.“

Der Conſul war in dieſem Augenblicke wieder ein⸗ getreten. Sie rief ihm entgegen:„Chevalier! Noch nie ſchlug unter einer ſo unſcheinbaren Hülle ein ſo edles Herz. Sie werden Alles thun, was ich nur irgend ſagen kann, und mehr, weit mehr als das: Disponiren Sie über alle meine Mittel!— Und Dir, Robert,“ ſagte ſie plotzlich, leuchtenden Blickes zu mir gewendet,„Dir, edler Menſch, ſage ich jetzt, daß Du treu wie ein Bruder gehandelt haſt, und wie eine Schweſter dem Bruder will ich Dir danken.“

Sie ſchlang ihre Arme um mich, drückte mich feſt an ihre Bruſt und küßte mich innig.