ſeine Frau, eine ältliche Dame mit einem blaſſen Lei⸗ densgeſicht, aber mit gar frommen Augen und auf der Stirn wohnten Geduld und Barmherzigkeit neben ein⸗ ander. Beide ſaßen immer Hand in Hand zuſammen; ſie ſprachen nur ſelten, aber wenn es geſchah, ſo waren es Worte der Liebe und der Güte. Neben der Mutter ſtand der Sohn, ein blühend ſchöner Junge, der hatte den Arm um den Nacken der Mutter geſchlungen, als wollte er ſagen:„Fürchte dich nicht, mein Arm iſt ſtark genug, dich zu halten!“ Und ſie ſah zu ihm auf; ſie ſchien ſeine Gedanken zu errathen, und ihr Auge ſagte:„Ich weiß es, mein Sohn, und bin ruhig!“ Zu den Füßen des Vaters ſaß auf einem Schemel die Tochter. Ach, das war ein gar zu reizendes Kind! Es ſind nun viele, viele Jahre ſeitdem vergangen, und ich könnte ſie doch Zug für Zug beſchreiben. Sie hatte es uns auch Allen am Bord angethan, und ich glaube, wenn ſie uns mit ihren großen blauen Augen ange⸗ ſchaut, und mit der Hand nach der See zugewinkt hätte, wo der goldene Crocus auf dem dunkelblauen Waſſer ſchwamm, wir wären geſprungen, um ihn aufzufiſchen. Aber ihr kamen ſolche Dinge nicht in den Sinn, denn ſte war fromm und demüthig; ſie hatte den Arm auf das Knie des Vaters geſtützt und ſah voll Liebe und Freundlichkeit zu ihm auf. 3*
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