— 334—
ſie beſtimmt war, und wohin ſie die Schweſter Conſtanze brachte. Der Thurm war ſehr maſſiv, und bot in jedem Stockwerke einen ziemlich großen Raum dar. Das erſte war in eine Kapelle und einen großen Saal getheilt, wo die Nonnen ihren Tag zuſammen zubrachten, das zweite enthielt acht Zellen, welche ſehr klein waren. Julia hatte in der ihrigen kaum mehr Raum, als den, den ihr kleines Bett einnahm. Indeſſen war es ſchon ein Genuß fuͤr ſie, daß ſie aus dem Fenſter ins Freie ſehen konnte, dieſe Veraͤnde⸗ rung ihres Aufenthaltsortes war ihr ſchon eine Verbeſſerung ihrer Lage. Sie brachte hier einige Tage in einer Art von Geiſtesruhe hin, und war nicht mehr zu immerwaͤhrender Einſamkeit ver⸗ urtheilt. Jeden Tag wurde ſie mehrere Stun⸗ den zu den frommen Uebungen der Jungfrauen und Wittwen gerufen, welche ſich vereinigt hat⸗ ten, um den Senoch zu bedienen, und die Con⸗ ſtanze in der Regel des Hauſes von Tours un⸗ terrichtete; jeden Tag wohnte ſie auch den Vor⸗ leſungen und Ermahnungen bei, welche der Pa⸗ ter Venanz an dieſe fromme Verſammlung rich⸗


