tete. In Allem, was ſie um ſich her ſahe, konnte ſie nur einen blinden aber auftichtigen Eifer erblicken; es ſchienen ihr keine gehaͤſſigen Leidenſchaften dabei im Spiele zu ſeyn, und wenn ſie auch in dieſer kleinen Geſellſchaft gerade nichts lernen konnte, und wenn ſie auch nichts fand, was ihr der Bewunderung oder Nachahmung werth hätte ſcheinen koͤnnen, ſo glaubte ſie doch auch hier nichts zu fuͤrchten zu haben. Die Bewohner des Thurmes von Loches waren wie von der ganzen Welt getrennt, obgleich alle Tage Pilger ſich zeigten, die den heiligen Senoch beſuchen wollten, ſo hatten dieſe doch keine Ver⸗ bindung mit den Nonnen, noch weniger aber mit Julien, und es ſchien, als ob nie eine Nach⸗ richt von dem, was in Gallien vorginge, in das kleine Kloſter dringen und bei den Bewohnern deſſelben die Neugier erregen könnte.
Die Zeit verſtrich indeß ganz angenehm, als eines Abends der Pater Venanz bei Julien ein⸗ trat, bleich, zitternd, mit allen Zeichen der hef⸗ tigſten Gemuͤthsbewegung.


