Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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ſte den Eudorius mit irgend einem Auftrage zu den

Schiffern geſandt hatte. Sie verſuchte nun ihrer.

Seits entweder ihre Hoffnung von Neuem zu be⸗ leben, oder ihnen einigen Troſt zu ſpenden. Felir und Julia hatten ihre Herzen ohne Ruͤckhalt ihr aufgeſchloſſen; es blieb kein verſtohlner Gedanke, kein geheimes Gefuͤhl, keine Befurchtung mehr übrig, welche nicht allen Dreien gleich bekannt geweſen, ſo wie keines von ihnen einen Wunſch hegte, der nicht den beiden Andern ſogleich mitge⸗ theilt worden waͤre.

Sylvia, welche jetzt auf die verſchiedenen Pläne ihres Sohnes und derjenigen zuruͤckkam, die ſie

ſo gern ihre Tochter genannt haͤtte, verſuchte ihrer Unterredung eine ruhigere Geſtalt zu geben, jede Uebertreibung aus ihren Befuͤrchtungen und Hoff⸗

nungen zu verbannen, und ſie davor zu warnen,

daß ſie ſich einer Seits nicht zu ſtrenge Pflichten auferlegten, noch anderer Seits diejenigen ver⸗ letzten, die ſie in der That achten und heilig hal⸗ ten mußten. Allein je mehr ſie ihre Lage zu uͤber⸗ ſchauen ſuchten, um ſo großere Schwierigkeiten fanden ſie auch in derfelben, und um ſo mehr