Teil eines Werkes 
2. Theil (1822)
Entstehung
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fanden ſie, daß das Ungluͤck des Vaterlandes dem perſoͤnlichen Ungluͤcke einen neuen hoͤhern Grad

von Bitterkeit gebe.

Eine ſchnelle Vermaͤhlung zwiſchen Felir und Julien und eine gemeinſchaftliche Flucht, um ſich der väterlichen Macht des Julius Severus und der Rache Chlodowichs zu entziehen, ſchien bald allen Dreien nicht mit ihren Pflichten und mit der Klugheit ſelbſt uͤberein zu ſtimmen. Allein blieb denn kein Mittel uͤbrig, Zeit zu gewinnen? und konnte man nicht hoffen, daß, wenn man die indirekten Hinderniſſe gegen dieſe gefüuͤrchtete Ver⸗ bindung vermehrte, man vielleicht durch ungeah⸗ nete Begebenheiten, durch die Unbeſtaͤndigkeit des Chlodowich ſelbſt, oder durch die gluͤcklichen Be⸗ ſtrebungen einer der Partheien unterſtutzt werden wuͤrde, welche dem Könige eine andere Gemahlin beſtimmten?

Sylvia that Julien den Vorſchlag, ſich auf einige Zeit in ein Kloſter zu begeben, ein Geluͤbde, eine Pilgerfahrt oder ſonſt einen jener zahlreichen Bewegungsgrunde der Andacht vorzuſchuͤtzen, de⸗ nen damals jede andere Ruͤckſicht weichen mußte,