Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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Felir hatte ihre Hand nicht fahren laſſen, er konnte die Urſache weder ihrer Freude, noch ihres Schmere mißverſtehen. Julia liebte ihn, dies hatte er keinen Augenblick ſich zu verhehlen geſuchtz ſie hatte gegen ihn auch nicht einen Kunſtgriff der Koketterie, auch nicht eine Zuruͤckhaltung der Prä⸗ derie angewandt, um ihm das Geheimniß ihres Herzens zu bergen. Sie liebte ihn; ſeine Ruͤck⸗ kehr hatte ihr eine außerordentliche Freude gemacht;

allein das Gefuͤhl, daß ſie ihn verlieren ſolle, daß

dieſe Zuſammenkunft die letzte ſey, hatte bald den heftigſten Schmerz an die Stelle der Freude treten

laſſen, welche beim Anblicke des Geliebten ſie

durchdrungen hatte⸗ 2 Sobald ſie ihr Schluchzen bezwungen hatte,

ieß ſie Sylvia ſanft wieder auf ihren Sitz nieder,

faßte den Eudorius am Arm und entfernte ſich mit ihm, indeß dieſer, erſtaunt uͤber das, was er ge⸗ ſehen hatte, durch Anfuͤhrung claſſiſcher Stellen zu beweißen ſuchte, daß ſich die Freude zuweilen durch Thränen und der Schmerz durch Lachen kund geben könne, ſo daß man, nach der Mei⸗ nung der größten Dichter und beſten Ausleger det⸗ u 3