Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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nun durch lautes Schluchzen kund.

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der Ferne, was ſie mit ſo viel Ungeduld erwartete und was ihre Blicke mit ſo viel Sehnſucht ſuch⸗ ten; ſie erkannte auf dem Wege nach Chartres drei Reuter, welche im vollem Roſſeslauf dahereilten. Bäld glaubte ſie den Dumnorix, Diocles und Felix zu unterſcheiden. Das uͤbrige Gefolge hatte den Weg nach Noviliacum eingeſchlagen. Als Eudopius die Reuter gleichfalls erkannte, band er ein weißes Tuch an einen Stock und ließ es wie eine Fahne im Winde flattern, dadurch zog er die Aufmerkſamkeit der Reuter an, und ſie ſahen nun den Ort vor ſich, wo ſie ihre Freunde erwar⸗ teten. In kurzer Zeit traf Felir am Thore der Citadelle ein; er ſtieg hinauf und befand ſich neben ſeiner Mutter und ſeiner Freundin.

Julia war eiligſt aufgeſtanden und hatte geur mit einem von Freude ſtrahlenden Blicke die Hand entgegengeſtreckt; Felir war ihr zu Füßen geſunken,

er hatte in ſeinem Entzuͤcken ihre Hand mit Kuͤſſen

bedeckt; allein Julia hatte ſich ſchnell in Sylviens Arme geworfen, ihr Haupt an dem Buſen der Freundin verborgen, und ihr Schmerz gab ſich