— 305— unſere Zeiten erhalten, als die Ruinen ſelbſt, die der Gegenſtand derſelben waren, ſelbſt der Name von Heſodunum findet ſich in keinem Geſchichts⸗ buche und auf keiner Karte mehr.
Julia hatte auf dieſes Auskramen von Ge⸗ lehrſamkeit nur wenig geachtet; ſie hatte unter den Trummern nur den Weg geſucht, welcher in naͤherer Richtung auf den höchſten Thurm fuͤhrte; ſie war auf die Platteform geſtiegen, die auf der Spitze deſſelben erbaut war; hier hatte ſie ſich im Schatten eines wilden Feigenbaumes niedergeſetzt, der aus der Mauer hervorgedrungen war; hier hatte ſie ſich die Straße von Chartres zeigen laſſen, und nun wandte ſie die Blicke nicht wieder davon ab, indeß Sylvia und Eudorius wechſelsweiſe ihre Aufmerkſamkeit bald auf den majeſtätiſchen Lauf der Loire, den das Auge in großer Entfernung ver⸗ folgen konnte, bald auf die blauen Gebirge zu lenken ſuchten, welche den Porizont bekraͤnzten, ſo wie auf den maleriſchen Effekt der Ruinen in ih⸗ rer Naͤhe, und auf die Beſtrebungen der Natur, durch die bloße Kraft der Vegetation die Arbeiten des Menſchen zu zerſtören. Endlich zeigte ſich
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