Teil eines Werkes 
1. Theil (1822)
Entstehung
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nicht finden ſollte, daß er noch vor ihrer Abreiſe zu Noviliacum eintreffen koͤnnte.

Beide Freundinnen begaben ſich hierauf nach ihren Zimmern, um ſich der Ruhe zu uͤberlaſſen. Allein trotz der Anſtrengung der Reiſe, trotz des Wachens und der Schrecken der vergangenen Nacht, fand Julia den Schlummer nicht, deſſen ſie ſo ſehr bedurfte. Chlodowich, ihr Vater und Felir ſtellten ſich abwechſelnd ihrer Einbildungskraft

dar; Chlodowich, befleckt mit Roͤmerblut, das er vergoſſen hatte, das er noch vergießen wuͤrde, Hohn ſprechend ihren Anſichten, ihren Empfin⸗ dungen, ihrem Zartgefuͤhle, Treuloſigkeit mit Grauſamkeit vereinend und ihr eben ſo viel Ab⸗ ſcheu einflößend, als ſie ihm, durch den Schwur der Ehe verpflichtet, Liebe gewaͤhren ſollte. Seve⸗ rus, als Gefangener zuruͤckgehalten an dem Hofe des Barbaren, bedroht, beſtraft zu werden fuͤr

den Ungehorſam der Tochter, ſie anklagend, daß

ſie einer fluͤchtigen Neigung, einer Laune die Frei⸗

heit, vielleicht gar das Leben ihres Vaters aufge⸗

opfert habe. Felix, voll Verzweiflung, ſie zu verlieren, nirgends Huͤlfe findend, keinen Plan