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Da erſchallte die Glocke im Geſellſchaftszimmer und Louiſe rief erſchrocken:
„Mache, daß Du fortkommſt, ehe die Tante Dich hier in der Küche findet.“
Ein flüchtiger Händedruck, ein noch flüchtigerer Kuß und Hektor war zur Thür hinaus. Louiſe aber nahm be⸗ klommenen Herzens die Schüſſel und ging hinein, von der Tante wegen ihrer Saumſeligkeit hart angelaſſen.
„Ich habe nur den Conditor abgefertigt, der die Baiſers brachte, liebe Tante,“ entgegnete ſie ſchüchtern und ſetzte die verführeriſche Schüſſel mitten auf die Tafel.
„Baiſers? Woher kommen ſie?“
„Ich weiß es nicht, liebe Tante. Der Burſche, welcher ſie brachte, ſagte, daß die Dame, welche ſie beſtellte und bezahlte, befohlen habe, ſie präciſe neun Uhr hier abzu⸗ geben, dann wäre Alles richtig und die Herrſchaften möchten ſich nur den Kopf nicht zerbrechen.“
Ein ſtilles Staunen herrſchte in der Verſammlung. Eine ſah auf die Andere, denn Keine hielt Eine ſolcher verſchwenderiſchen Großmuth fähig. Endlich erhob ſich die Wirthin und ſagte lächelnd:
„Das iſt der zarte Sinn, der uns Frauen beſeelt. Eine unſerer Genoſſinnen hat uns dieſe kleine Ueberra⸗ ſchung bereitet; aber ſie iſt viel zu discret, es gerade her⸗ aus zu ſagen. O, daß ſie ſich doch errathen ließe.“
Alle blieben ſtill; aber jede Einzelne gab ſich die er⸗ denklichſte Mühe, in ihre Mienen den Ausdruck zu legen, daß ſie es ſei, der man dieſe ſüße Spende verdanke.
„Sei es denn!“ entſchied Emerentia Grubenmeyer und ergriff den ſchönſten der Baiſers.„Bleibe ſie in


