einem Maskenfeſt benutzen, welches wir„Königin Eliſabeth und ihr Hof“ nennen.“
Ein anhaltendes Applaudiren ertönte und verſchlang die Stimmen der Hausmagd, welche durch die Thüre wisperte:
„Mamſell Louiſe, der Conditor iſt da, mit den Baiſers.“
Aber Louiſe hatte den Ruf doch vernommen. Sie ging hinaus und ſah, wie der Conditorburſche die Schüſſel mit den Baiſers ſorglich aus dem verhüllenden Korbe nahm und auf den Anrichtetiſch ſetzte. Sie wollte Ein⸗ wendungen machen, weil die Tante dergleichen nicht be⸗ ſtellt habe und hier nothwendig ein Irrthum ſtattfinden müßte. Aber ehe ſie Worte fand, fiel ihr der Conditor um den Hals und ſagte fröhlich:
„Herzensmädchen, da bin ich!“
„Hektor!“ rief ſie.„Welche Verwegenheit.“
„Habe ich Dir nicht geſagt, daß ich von Dir weder Urlaub verlangte noch erhielt! Ich wollte Dich ſehen, um Dir für heute eine gute Nacht, und für morgen einen fröhlichen Tag zu wünſchen. Aber warum ward denn eben ſo furchtbar applaudirt?“
Louiſe erzählte ihm Alles, was vorgefallen war und Hektor entgegnete ihr lachend:
„Herrlich! Ich ſpiele mit!“
„Als Spion?“
„Nein. Als Servant of the queens revels. Weiß mein holdes Louischen nicht, daß William Shakeſpeare ein ſolcher Servant, einer der Hofſchauſpieler der jungfräu⸗ lichen Königin war? Und darf der Exzſchelm fehlen, wo Eliſabeth weilt? Shakeſpeare und Eliſabeth! Altenglands zwiefache Unſterblichkeit.“


