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Glöckchen und Schellen : heitere Erzählungen / von Heinrich Smidt
Entstehung
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Nehmen Sie es ernſthaft, Mesdames. Es iſt hier keine Zeit zum Scherzen! ermahnte Lätitia Graspelmann und warf einen ſtrafenden Blick auf die ihrer fernſten Vergangenheit denkenden Sylphide. Unſere Schweſtern ſind unterdrückt. Sie ſchmachten unter der Willkühr ihrer Tyrannen. Dürfen wir das zugeben?

Nein! nein! riefen Alle, wie aus einem Munde und Johanna Bogenſenner ſagte pathetiſch:

Wir wollen ihnen zu Hülfe eilen. Wir rüſten uns zu einem Zuge nach Finſterburg, wie vor Jahren die Berliner nach Wien. O, meine theuern Schweſtern, laſſen wir in Finſterburg unſer Licht leuchten.

Und unterdeſſen daheim Alles zu Grunde gehen? fuhr Lätitia Graspelmann zu der aufhorchenden Geſellſchaft fort.Räumen wir beiuns ſelber auf. Es iſt hohe Zeit.

Ein electriſcher Schlag durchzuckte die Verſammlung. Die Rednerin ſprach weiter.

Iſt der böſe Geiſt der Neuerung nicht auch ſchon in unſere Stadt gedrungen? Hat mir mein Bruder nicht heute früh mit dem Kaffee zugleich die Nachricht ſervirt, daß die Finſterburger ganz geſcheute Leute wären und daß die Hüttenauer daran ein Beiſpiel nehmen müßten? Iſt das deutlich genug? Mein Bruder iſt ein unerträg⸗ licher Schwätzer, aber uns hat er einen weſentlichen Dienſt geleiſtet, denn er hat uns das ſchwarze Vorhaben der Männer im Voraus verrathen. Jetzt können wir uns vorbereiten.

Und den Angriff zurückſchlagen! ſagte Johanna mit Feuer. Dann fangen Sie nur bei ſich zu Hauſe an, er⸗