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Glöckchen und Schellen : heitere Erzählungen / von Heinrich Smidt
Entstehung
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nern als willenloſe Sclaven unterzuordnen. Bei Tiſche ißt die Fran nicht eher, als bis ſie den Mann bedient hat. Sie muß kochen, was ihm ſchmeckt. Auf der Pro⸗ menade geht ſie ihm zur Linken, oder er rennt drei Schritte voran. Will die Frau eine Kaffeegeſellſchaſt bei ſich ſe⸗ hen, iſt der Mann erſt um Erlaubniß zu fragen. Haus⸗ e Wirthſchaftsmamſells und dergleichen Char⸗ gen giebt es nicht mehr, ſondern nur Köchinnen und Mädchen für Alles. Junge Verwandte des Hauſes, Cou⸗ ſins, oder welchen Grades ſonſt, erhalten keinen unbe⸗ dingten Zutritt mehr. Das Amt eines Hausfreundes fällt ausſchließlich dem Manne zu und legt ſich in dieſer Eigenſchaft derſelbe den Titel eines Haustyrannen bei.

Bis dahin hatte der ehrſame Zirkel den gerechten Unwillen, wenn auch nur mit Widerſtreben, zurückge⸗ halten. Aber nun durchbrach er alle Schranken und er⸗ goß ſich in entſetzliche Verwünſchungen; ein breiter, reißender Strom, der alle ſchützende Dämme wie Maul⸗ wurfshaufen niederwarf.

Nein! Es iſt nicht möglich! lispelte Seraphine, die unwiderſtehliche Sylphide.Das ſollten Männer thun? Männer, die o, eine ſchüchterne Jungfrau ſollte nicht mit ſo zarten Dingen prahlen! Aber das können nicht Männer thun, die zu meinen Füßen ſchmachteten, und mit unermüdlicher Geduld an meinem Triumph⸗ wagen ziehen.

Schon, lange nicht mehr!flüſterte Magiſters Lottchen und ihre Nachbarin, Honorie Schulzenberger entgegnete:

Wer das glaubte, verdient wirklich von Ihrem Vor⸗ mund erſchoſſen zu werden.