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Glöckchen und Schellen : heitere Erzählungen / von Heinrich Smidt
Entstehung
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aufregenden Scene geſchah das Unerhörte. Es herrſchte in dem Zimmer, wo mehr als zwölf Damen anweſend waren, eine minutenlange Todtenſtille.

Aber wie nach einer kurzen Erſchöpfung der Nord⸗ weſtſturm ſich deſto wilder auf die verdutzte See wirft, kehrte auch das Leben mit verdoppelter Kraft in dieſe Ver⸗ ſammlung zurück und die Beredſamkeit ergoß ſich in ei⸗ nen breiten, unaufhaltſamen Strom, der nicht enden zu wollen ſchien.

Um Gotteswillen, beſte Graspelmann!

Ich bin bis zum Tode erſchrocken, theure Lätitia! Sammeln Sie ſich doch, verehrtes Fräulein!

Was iſt Ihnen geſchehen?

Sie hatten doch keinen Verdruß mit Ihrem Ver⸗ walter? Warum vertrauen Sie auch einem jungen Men⸗ ſchen ſolchen wichtigen Poſten an?

Sie ſpannen uns auf die Folter!

Reden Sie doch, Verehrteſte!

Sollte der Schreck ihr die Sprache geraubt haben?

Könnte ein ſolcher Verluſt bei ihr möglich ſein?

Ich ſterbe ſchon bei dem Gedanken daran.

Trinken Sie noch einen Tropfen Thee.

Meine Furcht wächſt mit der Minute.

Sie ſieht, daß wir vor Angſt vergehen und die Grau⸗ ſame ſchweigt noch immer.

Die Aermſte! Sie hat gewiß den S wie Don Gaspard im Titan.

Reden Sie! Reden Sie!

Ja, ich will reden! ſagte Lätitia Graspelmann, ſich plötzlich erhebend und Alle fuhren vor dieſer unerwarte⸗