nicht zu erheben. Unwillkührlich übermannte ſie der Schlaf. Die Augen ſchloſſen ſich.
Todtenſtille herrſchte am Bord. Nur die See grollte und jagte einen ſchweren Eisblock, wie einen Spielball vor ſich her. Mit einer Gewalt ſchleuderte ſie ihn ge⸗ gen den Bug der Brigg, daß dieſe in allen Fugen er⸗ bebte. Von dieſem donnerähnlichen Schüttern ſchreckte Jerta aus ihrem Traumſchlafe auf. Einige Minuten vergingen, bis ihr die Beſinnung wiederkehrte, dann ſchwankte ſie dem Eingange der Kajüte zu und trat an das Lager des Freundes. Er kannte ſie nicht. Aber
die nächtliche Erſcheinung wirkte ſo glücklich auf ihn, daß er ruhig in die Kiſſen ſeiner Hängematte zurückſank. Jerta betete inbrünſtig, beugte ſich dann zu dem Freunde herab und flüſterte:
„Nun iſt es geſchehen, was ich ſo lange erſehnte. Sie wollten mich zurückhalten und Du ſollteſt hier in der Einſamkeit ſchmachten. Aber ſie verſtehen ſich ſchlecht auf die Liebe. Gott hat mich durch Sturm und Eis⸗ ſchollen geleitet; er wird mir auch Kraft geben, Dir bei⸗ zuſtehen und zu helfen. Bin ich aber zu ſchwach dazu, 4 dann ſterben wir mitſammen, mein theurer Freund.“
Osrick ſah einen Augenblick auf, als hätte er ſie ver⸗ ſtanden, dann ſchlummerte er ruhig weiter.
Als Skuld am andern Morgen in Jerta's Kammer trat, war dieſe leer. Von banger Furcht ergriffen, ſchrie ſie um Hülfe, während Ole Neen ſeine Braut nicht zu


