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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Hügeln empor. Die Schrecken und Gefahren wuchſen mit der Minute. Jerta achtete nicht darauf. An dem großen Maſt der Königlichen Corvette hing eine bren⸗ nende Laterne. Das war ihr Leitſtern.

Als ſie das Ruder ergriff, rollte eine Welle heran. Sie hob das leichte Fahrzeug und warf es ſeitwärts, daß es Waſſer ſchöpfte. Eine Eisſcholle ſchrammte da⸗ gegen und es war nahe am kentern. Einen Augenblick zitterte Jerta, dann warf ſie das Ruder herum und brachte die Spitze des Fahrzeuges der zunächſt heran⸗ rollenden Welle entgegen. Als dieſe wieder in die See zurückrauſchte, führte ſie die Jolle mit ſich fort. Sie war in dem Dunkel der Nacht verſchwunden.

In der Gluth des Fiebers wälzte ſich Osrick auf ſeinem Lager. Die Beſinnung war ihm entſchwunden. Allein lag er in der finſtern Kajüte und ſtieß dumpfe Schmerzenslaute aus. Da öffnete ſich die Thür und herein ſchwebte eine weibliche Geſtalt. Es war Jerta, die im Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und durch die Allmacht ihrer Liebe, den Kampf mit den Elementen beſtand. Als ſie das Verdeck betrat, ſank ſie kraftlos zuſammen. Mit aller Anſtrengung vermochte ſie ſich