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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſah er einen gänzlich veränderten Himmel. Die Nebel waren verſchwunden. Ein ſcharfer Wind blies mit großer Heftigkeit von dem Garten her. Die See ging hoch und warf den ſchäumenden Giſcht auf den abgeplatteten Vorſprung, von welchem aus der Weg zur Signalſtange führte.

Wir kriegen Winter. Die klaren Wolken im Oſten und der ſchneidende Wind, der ſie vorwärts treibt, pro⸗ phezeihen es mir. In dieſer brauſenden See iſt an eine Ueberfahrt im offenen Boote gar nicht zu denken. Möchte nun bald wünſchen, daß ich die Weiber daheim gelaſſen hätte. Sollte Froſt einfallen und ſie wären gezwungen, hier zu bleiben...

Ole Neen wurde in ſeinen Betrachtungen, die wenig Tröſtliches hatten, unterbrochen. Ihm ward es, als flirre etwas Weißes an ſeinem Auge vorüber.

Das iſt ein Segler! rief er aus und wurde in ſeiner Erwartung nicht, wie Jerta, von einer Möve ge⸗ täuſcht. Es war wirklich ein Segler, der von einem zweiten gefolgt wurde. Mit der höher ſteigenden Sonne erkannte er ſie ganz deurlich. Er ſchüttelte mit dem Kopf und ſagte:

Segler um dieſe Zeit in einem Fahrwaſſer, das zu keinem Hafen führt, ſind eine ſeltene Erſcheinung. Hier⸗ her kommen nur ſolche Fahrzeuge, die von Stürmen ver⸗ ſchlagen wurden, oder ſolche, welche zwangsweiſe hierher beordert werden...