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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Allſtunds, wie Ihr Seeleute ſagt, ſind wir am Bord! antwortete Jerta in ihrer heiteren Weiſe.Halte Dich klar für die nächſten fünf Minuten. Das Paſſa⸗ giergut iſt bald an Bord gebracht.

Bald darauf ſtieß das Boot von dem Landungsplatze des Gartens ab. Kaum hatten ſie ihn verlaſſen, als es aus der Tiefe heraufbrauſte und an die Felswände empor⸗ ſtieg. Die baumreiche Inſel ward mit einem Nebelflor verhüllt. Skuld beachtete es und gab ihren trüben Em⸗ pfindungen Worte, aber Jerta verſcheuchte die Traurig⸗ keit der Freundin mit einem heitern Scherz und begann eine muntere Volksweiſe, worin Ole Neen freudig ein⸗ ſtimmte. Singend erreichten ſie den Strand des Sarges und der greiſe Vater empfing die Braut des vielgeliebten Sohnes mit einem Freudenrufe. Skuld folgte ihnen langſam. Rückwärts ſchauend warf ſie einen Blick nach der Richtung, wo der Garten lag. Aber der Nebel hatte ſich ſo verdichtet, daß man auch nicht das Geringſte gewahrte.

Ich werde das liebe Eiland nicht wiederſehen, ſagte ſie vor ſich hin und war ſo tief in Gedanken, daß ſie erſchrak, als Ole Neen ſich ihr näherte und ſie in ſeine Arme ſchloß.

An eine Heimfahrt war für dieſen Abend nicht zu denken. Für ſolche Fälle, die ſich öfters ereigneten, war auf dem Sarge eine Stube eingerichtet. Als aber Ole Neen am andern Morgen nach dem Strande zuging,