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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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er im tiefinnerſten Herzen ſehnlichſt herbei wünſchte. Ole Neen fuhr ab, dem Garten entgegen. Von dort aus hatte ihn das Auge der Liebe bald erkannt.

Ich ſage es Dir, Skuld, rief die froh erregte Jerta.Ole Neen kommt und bringt Nachricht von dem Vater; vielleicht auch von dem Sohne. Sie ſagte das Letztere mit leichtem Erröthen.

Oder er will ſie von uns, die wir von nichts wiſ⸗ ſen! entgegnete Skuld ernſt.

Du gefällſt Dir darin, alle meine Hoffnungen zu zerſtören, ſagte Jerta unwillig. Komm mit herab zum Strande. Das Boot iſt ſchon nahe.

Ole Neen landete. Es war eine gegenſeitig getäuſchte Hoffnung. Jerta, die ſich leicht in das Unerwartete fand, ſprach nach einiger Zeit:

Es iſt doch gut, daß Ihr gekommen ſeid, Ole Neen. Lange ſchon habe ich meine Sehnſucht nach Osricks Vater unterdrücken müſſen. Jetzt vermag ich es nicht länger. Ich muß mich an ſeinem Herzen ausweinen und ihm nachher die Grillen weglachen. Wie iſt es, mein wackerer Steuermann? Getraut Ihr Euch, uns Beide wohlbehalten nach dem Sarg zu bringen?

Wenn Ihr Euch beeilt, ja, ſagte Ole Steen. Die Sonne geht allgemach zu Rüſte. Der Wind ſteht hoffentlich noch eine Weile durch und zwei gute Streck⸗ buge bringen uns hin. Aber aufhalten dürft Ihr mich nicht.