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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Garten und der Sarg. Träumend ſteht er vor dieſem Bilde und ſagt vor ſich hin:

„Noch dieſe Reiſe und wir werden uns wiederſehen, theure Jerta!“

Der neue Tag bricht an. Am Bord der Brigg iſt ein reges Leben. Die Luken, die in den Raum führen und gegen Regen und Seewaſſer wohl verſchalkt ſind, werden geöffnet. Der Ladebaum wird aufgerichtet; die ſchwere Gien⸗ und andere leichte Takeln werden daran befeſtigt. Die Stunde der Entlöſchung iſt gekommen und da die Brigg bereits für eine neue Fracht gewonnen iſt, arbeitet ſie mit doppelter Mannſchaft, um den Raum frei zu machen. Endlich, mit dem Schluſſe des dritten Tages, iſt das eine Werk gethan und das andere kann mit dem nächſten Morgen beginnen.

Der Capitain und ſeine Offiziere entwickeln eine energiſche Thätigkeit. Die Mannſchaft, durch Beiſpiel und lockende Verſprechungen angefeuert, will nicht zu⸗ rückbleiben. Noch drei andere Tage verſtreichen und der größte Theil der neuen Güter befindet ſich binnen Bords.

Endlich kommt der erſehnte Schluß: Koſtbare Stoffe in aller Pracht und Farbengluth des Orients; die ſelte⸗ neren Früchte des Südens, die edelſten Gewürze. Der Duft, den ſie ausſtrömen, wirkt faſt betäubend. Als das letzte Stück unter Deck und wohl verſtauet iſt, giebt der

Bootsmann den Befehl, die Lucken zu dichten und Alles

ſeefeſt zu machen. Sie haſten ſich ab, als ſei die größte