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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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ſtellend. Zwiſchen ihnen durch ſchreitet der Franke, der

aus ſeinem Quartier, wo luftige Häuſer in regelmäßigen Straßen ſtehen, in das fortbrauſende Gewühl tritt. Er ſieht mit einem Blicke der Ueberlegenheit auf die 8 verwahrloſten Kinder des Orients herab. Ernſt beſorgt er ſeine Angelegenheiten und kehrt dann wieder nach dem Franken⸗Quartier zurück, an deſſen ſtattlichſten Häuſern

die Wappen der Conſuln prangen, von deren Dächern die

Flaggen der Souveraine wehen, deren Stellen ſie hier vertreten und die Gerechtſame der Menſchen wahrnehmen,

die von ihrem Vaterlande an dieſe Küſte verſchlagen

ſind.

Auf eines dieſer Häuſer, deſſen Portal mit dem Wappen einer hohen nordiſchen Macht geſchmückt iſt, ſchreitet ein junger Mann in ſeemänniſcher Tracht zu.

Seine blauen Augen glänzen hell und ſein goldblondes Haar ringelt in natürlichen Locken auf die Schultern herab. Es iſt der Capitain der ſchmuckgetakelten Brigg, die den Meerbuſen von Smhrna durchſchnitt und ſeit einer Stunde wohlbehalten vor Anker liegt. Der Offi⸗ zier wird mit freundlicher Gaſtlichkeit empfangen und kehrt nach einiger Zeit mit den beſten Verſprechungen an Bord ſeines Schiffes zurück. Nachdem er ſeine Be⸗ fehle ertheilt, ſteigt er in die Kajüte hinab und ſteht vor einem Gemälde ſtill, welches einen Theil der Rückwand einnimmt. Das iſt die Nordſee, die dort auf⸗ und ab⸗ wogt und die Eilande, woran ſie aufbrandet, ſind der