verlieren ſich in ein Labyrinth von Grübeleien und ſtreuen eine Saat aus, die unheilvoll wuchernd empor ſchießt. Inken Bork war ein ſolches ſchwankendes Rohr im Winde. Aus dem engen Kreiſe der Heimath geriſſen, von hefti⸗ gen Leidenſchaften ungewöhnlich erregt, umherſtreifend in einer großen, ihr unbekannten Welt, jedem Eindruck offen, ſah ſich, nach der Abreiſe Dirk Heicks, das leichtſinnige Weib in einem kleinen Raume auf ſich ſelbſt beſchränkt. Mit ihrem unruhvollen Herzen und dem mahnenden Ge⸗ wiſſen vermochte ſie nicht allein zu bleiben. In ihrer Noth ſchloß ſie ſich an eine Nachbarin, ein altes, ver⸗ ſchmitztes Weib, welches ihr behülflich war, für ihre Ge⸗ ſpinnſte den nöthigen Abſatz zu finden.
Das Weib war dienſtfertig und zuthunlich. Sie wußte nicht blos gute Abſatzſtellen für das Fertige, ſon⸗ dern ſorgte auch für neue Beſtellungen. Dabei ermahnte ſie die junge Frau, ſich nicht einem unnützen Grame hin⸗ zugeben. Der Mann werde ſeiner Zeit wiederkommen und mit ihm die beſſern Tage. Gram mache häßlich und dann möge der Mann ſie nicht mehr leiden. Als dieſer Troſt nicht mehr helfen wollte, meinte die verfüh⸗ reriſche Nachbarin, könne der Mann ſie ſo lange entbeh⸗ ren, dann wäre es mit ſeiner Liebe auch nicht weit her und ſie müſſe ſtolz genug ſein, ſich auch nichts aus ihm zu machen. Mit dem Arbeiten allein ſei es nicht gethan; das ermüde auf die Länge. Man müſſe ſich auch zer⸗ ſtreuen, um neue Kräfte zu ſammeln. Wenn die alten


