Bekannten ausblieben, müſſe man neue aufſuchen und mit ihnen fröhlich ſein, denn Lachen mache geſund.
Dieſe und ähnliche loſe Worte fielen in ein williges Ohr und Inken Bork folgte der Verführerin zu einer ihrer Gevatterinnen, wo Abends eine muntere Geſellſchaft zu finden war. Zumeiſt traf man dort Seemannsfrauen und Seemannstöchter, deren Männer und Väter auf of⸗ fener See waren. Dazu fanden ſich Männer ein, die mit dieſer oder jener Frau bekannt waren und bald Nach⸗ richt von dieſem Schiffe, bald von jenem, hierher brach⸗ ten. Was an der Börſe und in den Comtoiren der Kaufleute über die Capitaine und deren Mannſchaften verlautete, das wurde auch hier verhandelt. Inken Bork fand ſich in dieſem Kreiſe bald zurecht, nachdem die erſte natürliche Scheu überwunden war und als ſie eines Abends aufgefordert wurde, ein Tanzvergnügen zu beſuchen, das mehrere von langen Seereiſen zurückkehrende Seefahrer in der Taverne zum goldenen Galion veranſtalteten, reichte ſie ſchon, ohne ſich erſt zu beſinnen, ihre Hand einem frem⸗
den Steuermann, den ſie den ſpaniſchen Matthes nannten,
weil er von Mutter wegen aus dem dortigen Lande her⸗ ſtammte und ſtets auf Cadir, Mallaga oder Sevilla fuhr.
Bald hatte dieſer ſpaniſche Matthes ſich ihr ganzes Zutrauen erworben. Sie nahm kleine Geſchenke von ihm an und hatte kein Arges daraus, als er ſie wie zufällig, im Vorbeigehen, wie er ſagte, in ihrer Wohnung auf⸗ ſuchte. Als eines Tages die Rede auf ihren Gatten kam


