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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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Er redete noch viel und eindringlich zu Beiden, wäh⸗ rend Frerk Hanſen ſich auf ſein Lager warf und in das allmählich verlöſchende Feuer blickte. Als darauf der Geiſtliche mit einer eindringlichen Ermahnung ſchloß, nahm er die Hand des Mägdleins und indem er den jungen Mann voran gehen hieß, geleitete er die Jungfrau nach dem Hauſe des Vaters.

Sie blieben unterweges ſtill und auch bei'm Abſchiede wechſelten ſie kein Wort. Aber die Bitten des Geiſt⸗ lichen hatten wenig gefruchtet. Dirk Heick fuhr am an⸗ dern Morgen mit dem Fährſchiffe vor aller Menſchen Augen nach dem Feſtlande, um ſein Glück zu machen und Jeder, der am Strande war, hörte, wie er ſich hoch und theuer vermaß, er werde nun und nimmer lebend nach Shlt zurückkehren. Das Vatererbe möge ſeinet⸗ halben nehmen, wem es behage; er wolle keine Hand darnach ausſtrecken. Und wenn es in Schutt und Staub zerfalle, ihm ſei es recht.

Mit ſolchen frevelnden Worten, die von dem Fähr⸗ boot⸗Deck höhnend herüber tönten, ſchied Dirk Heick auf Nimmerwiederſehen. 3

Drei Tage darauf war ganz Weſterland in Aufruhr. Der alte Jens Bork wüthete im Orte herum und be⸗ gehrte, in jedes Haus gelaſſen zu werden, um nach ſeiner

Tochter zu ſuchen. Sie ſei verſchwunden und Niemand

Anders, als Dirk Heick habe ſie ihm geſtohlen. Er ver⸗ wünſchte Alle, die dabei ihre Hand im Spiele gehabt,