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Meeresstille und hohe See : neue Seegeschichten / von Heinrich Smidt
(Verfasser der Devrient-Novellen [et]c.)
Entstehung
[Giessen] [2025]
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den Wind zu ändern und das Wetter zu beſchwören vermöge. Andere ſagten, er ſei ein Jüte, der das Vieh verhere und böſe Zauberkünſte ausüben könne, wenn er nur wolle. Einige glaubten auch, er habe ein Bündniß mit dem Teufel, der ihm Geld durch den Schornſtein zuwerfe. Jemand, der in der Dunkelheit von einem luſtigen Schmauſe heimkehrte, wollte ſogar geſehen haben, wie Herzog Abels wilde Jagd an Frerk Hanſens Hauſe vorbeigezogen ſei und einer der wilden Jäger einen großen Schinken über den Wall geworfen habe. Nun wiſſe man doch, hieß es, von wem Frerk Hanſen zu eſſen kriege, denn von der Milch, die ſeine magere Kuh gebe, könne er nicht ſatt werden.

Aber das Geheimnißvolle zieht an. Wer bei irgend etwas Verſtecktem vorübergeht, möchte gar zu gern den verhüllenden Schleier heben. Daher geſchah es, daß der einſame Mann in Tinum, der öffentlich von allen Leuten vermieden ward, in der Stille manche Beſuche empfing. Wer in ſeiner Bekümmerniß ſonſt nicht aus noch ein wußte, ſchlich im Dunkel der Nacht zu ihm, um ſich Raths zu erholen, und ſelten ging Jemand ohne Hülfe davon. Mochte die Sache auch noch ſo verzwickt ſein, er wußte ſtets einen Ausweg zu finden.

An dieſen Helfer in der Noth dachten auch Inken Bork und Dirk Heick. Aber ſo groß war die Scheu, welche die Liebesleute vor Frerk Hanſen empfanden, daß ſie es nicht wagten, ſich ihr Vorhaben anzuvertrauen,