ſondern ſie gingen, ZJeder für ſich, in derſelben Nacht von Weſterland aus den ſchmalen Steig, der über das einſtige Heideland nach Tinum führt. Als ſie ſich auf der Schwelle begegneten, erblaßten ſie und Keiner wagte, ein lautes Wort zu ſprechen. Frerk Hanſen aber führte die Gäſte zum Feuer und ſagte:
„Was ſein ſoll, ſchickt ſich wohl und ich kann zwei Fliegen mit einer Klappe ſchlagen, denn, was Ihr bei mir wollt, kann ich mir denken.“
Da ſchwand die Scheu mit einem Male und Dirk Heick rief mit lauter Stimme:
„Hilf uns in unſrer Noth und ich will Dir geben, was Du nur verlangſt; es mag kommen, woher es will.“
„Da iſt viel zu helfen!“ ſagte Frerk Hanſen, ſich auf ein umgeſtürztes Faß ſetzend und die Beine von ſich ſtreckend.„Wenn Eure naſſen Augen und des Prieſters fromme Reden die Alten nicht herum kriegen konnten, wird es mir noch weniger gelingen. Sie wären wohl gar im Stande, mich mit Hunden fortzujagen, wenn ich an das Hofthor pochte. Das iſt ausgemacht, Ihr junges Volk; hier werdet Ihr nie ein Paar werden, denn in keiner Shlter Kirche trauen ſie Euch. Damit iſt aber noch nichts verloren....“
Frerk Hanſen hielt inne und ſah Beide mit einem ſchlauen Seitenblick an. Dirk Heick gab ihm tauſend gute Worte und auch die Dirne ſtreifte den letzten Reſt von Furcht ab und bat ſchmeichelnd, er möge nicht länger
Meeresſtille und hohe See. 2


