Gemeinde, zu welcher er gehörte, war er gleichberechtigt mit allen Andern. Innerhalb der Umwallung ſeines Hauſes ein unumſchränkter Gebieter. Was darin athmete, war ſeinem Willen unterthan.
Meinert Heick hatte einen Sohn. Er hieß Dirk; ein friſches, fröhliches Herz. Das Beſitzthum war nicht groß genug, um zwei Herren zu ernähren, darum ging Dirk Heick zur See, denn der Inſelfrieſe verdingt ſich Niemandem als Geſinde, ſondern geht lieber in die weite Welt, um dort ſein Glück zu ſuchen.
Aber bevor Dirk Heick das Eiland verließ, trat er ſeinen Vater an, der eben mit dem Stiergeſpann von der Weide kam und ſagte:
„Mit Verlaub vor Euch zu ſprechen, Vater.“
„Du haſt Verlaub. Was willſt Du?“
„Der Herbſt kommt heran und dann findet man in Flensburg oder Altona leicht eine gute Heuer. Darum möchte ich fort.“
„Thue das, Dirk Heick. Sieh Dir die Welt an. Vergiß aber draußen nicht, daß es auf Erden nichts Schöneres giebt, als unſer Eiland. Haſt Du Dich dann in andern Welttheilen genug umgethan und einen Thaler für Deine alten Tage geſpart, dann komme hierher zu⸗ rück, und nimm Haus und Hof von mir, wie ich es von meinem Vater übernommen habe. Trenne nichts davon ab und füge nichts hinzu. Es iſt gerade groß genug für einen frieſiſchen Mann und die Seinen.“


