254 Valentin Vor
er ſeine Empfindungen auf das Beredteſte auszudruͤcken ſo wuͤrde er mehr Ausſicht auf Erfolg haben, und zu dieſem Zwecke ſuchte er bei mehreren Gelegenheiten und durch verſchiedene gewichtige Gruͤnde ſie zu veranlaſſen, daß ſie dieſe ſo ganz beſonders wohlklingende, fließende Sprache lernen moͤchte, doch vergebens; ſie hatte einen wahren Ab⸗ ſcheu vor derſelben, konnte ſie nicht ausſtehn, und erklaͤrte, ſchon bei dem bloßen Gedanken daran wuͤrden ihr die Zähne ſtumpf. So ſah ſich Fred denn genoͤthigt, ſeinen Verſuch aufzugeben, war jedoch weit entfernt, unglücklich zu ſein. Er liebte ſeine kleine Caroline und ſie liebte ihn; um kei⸗ nen Preis der Welt wuͤrden ſie ſich von einander getrennt haben; doch ließ ſie freilich keine Gelegenheit voruͤbergehen, ihre Oberherrſchaft immer feſter zu begruͤnden.
»Thut Louieschen,« fragte Fred einſt Valentin, in der erſten Zeit ſeiner ehelichen Laufbahn, mit ſonderbarem Aus⸗ druck,„thut Louieschen pei jeter Kelegenheit mit Hänten und Fuͤßen ausſchlagen?«
»Niemals!« entgegnete Valentin.
»Auch nit, fenn Sie mit ihr allein ſind?«
»Auch dann nicht! Sie iſt immer daſſelbe freundliche Weſen, ſtets ſanft, ſtets ruhig.«
»Nun, tann iſt, Kott feiß es, Cary ihr nit a Piſſel


