Teil eines Werkes 
2. Band (1840)
Entstehung
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der Bauchredner. 251

dem der Vorfall wieder einfiel.»Reden Sie von der Klei⸗ nigkeit nicht. Sie ſind wohl ſeitdem immer hiergeweſen?«

»Ich habe,« erwiederte ſie, vich habe vergebens eine Perſon aufgeſucht, die ich hier zu finden hoffte.«

Sie ſind wohl ganz erſchoͤpft?« bemerkte Valentin. »Nehmen Sie Platz, wenn es Ihnen gefaͤllig iſt, und ſpei⸗ ſen Sie mit mir.«

Ich bin Ihnen ſehr verpflichtet, allein... ich furchte, Sie zu beläſtigen.«

»Durchaus nicht! durchaus nicht!... Nehmen Sie Platz.«

Sie ſetzte ſich, doch mit offenbarer Blodigkeit.

»Da iſt,« dachte Valentin,»mitten in dieſer Scene doch wenigſtens ein ſchweres Herz.. ein Herz, wahr⸗ ſcheinlich fuͤr jede ſanftere Empfindung des Menſchen em⸗ pfänglich, und doch von dem Bewußtſein der Schuld ge⸗ quält.«

Und er betrachtete voll Bedauern das ſchöne Geſchoͤpf, und bemerkte, daß Thraͤnen uͤber ihre Wangen perlten, die ſie offenbar zu verbergen ſtrebte.

In der Meinung, ſein ſcharfer Blick würbe ſie in Ver⸗ legenheit ſetzen, nahm er eine heitere Miene an, obgleich

er ſich in dieſem Augenblicke keineswegs heiter fuͤhlte