Teil eines Werkes 
1. Band (1840)
Entstehung
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der Bauchredner. 247

Ellenbogen grade in die Vertiefung bohrte, welche ſich hin⸗ ter dem Ohre befindet.

»Um Gottes willen!« ſchrie eine,» quetſchen Sie mich nicht.«

»Wo ſoll es denn hingehn?« rief eine Andere.

»Ich ſage Ihnen, Herr,« rief eine Dritte»nehmen Sie ſogleich Ihren Stock mir von dem Rücken, ſonſt geht es Ihnen uͤbel!«

Das Gedrange aber ließ nicht nach, und die Paſſagiere zeigten eine ſolche ungeduld, aus dem Schiffe zu kommen, als hätte es in Flammen geſtanden.

»Haben Sie etwas verloren, mein Herr?« fliſterte Valentin einem Manne zu, deſſen Bemuͤhungen, ſeine Nach⸗ barn zuruͤckzudrängen, wirklich desperat geweſen waren.

Der Mann drehte ſich augenblicklich um, von dem ent⸗ ſetzlichen Argwohn erfullt, er habe etwas verloren, obgleich er offenbar nicht viel zu verlieren hatte. Zuerſt faßte er an alle ſeine Taſchen und durchſuchte dann eine jede einzeln; dann beſann er ſich, ob er etwas von Hauſe mitgebracht, was er jetzt nicht mehr fände; aber ſelbſt dann, als er ſaͤmmtliche Taſchen ausgekramt und Alles unverſehrt gefun⸗ den hatte, war er noch keineswegs uͤberzeugt, daß er nicht beſtohlen worden ſei.

»Koͤnnen Sie das ſo ruhig anſehn?« fliſterte Valentin einer alten Dame in das Ohr, der die Natur, weil ſie nur ein Auge beſaß, dafuͤr ein doppeltes Kinn gegeben.

»Mr. Jones!« rief die Dame, die zwei Frauenzimmer an der Seite ihres Mannes gehen ſah.»Pfui! Ich ſchäme mich in Deine Seele hinein. Bleib zuruͤck, und laß bie Menſchenkinder vorangehn.«