Teil eines Werkes 
11. Bändchen (1827) Die beiden Veroneser : Lustspiel / von Shakspeare ; frei bearbeitet von Meyer
Entstehung
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8. Act⸗

Escalus.

Ich wundre mehr mich uͤber ſeine Schande Als uͤber ihre ſeltſame Enthuͤllung.

Herzog. Kommt naͤher, Iſabelle! Euer Moͤnch Hat ſich in euren Fuͤrſten nun verwandelt. Wie ich euch damals treulich Rath ertheilt, So hab' ich mit dem Kleide nicht das Herz Veraͤndert. Rechnet ſtets auf meinen Beiſtand⸗

Sſ a 5 ere. O moͤchtet Ihr verzeihn, daß ich, als eure Vaſallin, eurer unbekannten Herrſchaft So läſtig fiel!

Herzog. Verziehn iſt, Iſabelle,.

Euch Alles; doch an euch, verehrte Jungfrau, Iſt jetzt die Reihe zu verzeihn. Ich weiß, Wie ſehr euch eures Bruders Tod bekuͤmmert⸗ Ihr wundert euch, warum ich mich verbarg, Da ich doch ſo bemuͤht war, ihn zu retten. Ihr wundert euch, warum ich meine Macht Nicht lieber zeigte, als ihn ſterben ließ? Sein ſchneller Tod kam leider mir zuvor, Ich ſtand im Wahn, er wuͤrde langſam nur Sich nahenz und ſo ſcheiterte mein Vorſatz. Doch Friede ſey mit ihm! Denn er genießt Das beſſre Leben nun, das nicht den Tod, Wie dieſes irdiſche, zu fuͤrchten hat. Mdoͤg' es euch Troſt verleihn, daß euer Bruder Nun dieſes Gluͤckes theilhaft iſt.