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Der flucht'gen Luſt erkaufſt, der, wenn du ihn Gewannſt, dir wenig weiteren Gewinn,
Verlierſt du ihn, nur Schmerz und Muͤhe bringt; Kurz, wo du Thorheit um Verſtand erhandelſt— Zu lieben da?— o armer, armer Proteus!
u So bin ich denn ein Thor nach deiner Anſicht?
Valentin. In deiner Lage, fuͤrcht' ich, wirſt du's ſeyn.
Proteus. Es iſt die Liebe, die du ſchmähſt— ich bin Die Liebe nicht.
Valentin.
Die Lieb' iſt deine Herrin, Denn ſie beherrſcht dich, und mich duͤnkt, wer ſo Sich von der Thoͤrin unterjochen laͤßt, Verdient den Namen eines Weiſen nicht.
Proteus. Doch Dichter ſingen: wie der Wurm verzehrend Oft in der ſchonſten Knose weilt, ſo hauſt Verzehrend oft die Lieb⸗ um kluͤgſten Kopfe.
Valentin.
Und Dichter ſingen: Wie die fruͤh'ſte Knospe Der Wurm verzehrt, noch ehe ſie erbluͤht, So pflegt die Lieb' in Thorheit oft den zarten Verſtand zu wandeln; in der Knospe welkt Er hin, den erſten Fruͤhlingsglanz verlierend Und aller kunft'gen Poffnung ſchoͤne Frucht. Doch, was verſchwend' ich Zeit, um dir zu rathen, Der du der Liebesſehnſucht dich geweiht?


