6 w
Noch einmal, lebe wohl! Mein Vater wartet Schon auf der Rhede, um mich einzuſchiffen.
Proteus. Ich gehe mit dir, Valentin, zum Hafen.
Valentin. Nein, theurer Proteus, laß uns von einander Hier Abſchied nehmen. Schreibe mir nach Mailand, Vie dir es in der Liebe ging, und was Sich Neues ſonſt, ſeitdem dein Freund entfernt, Hier zugetragen. Auch von meiner Hand Empfaͤngſt du einen Brief. Proteus. Ein jedes Gluͤck Begruß' in Mailand dich! Valentin. Wie dich daheim! Und ſo leb' wohl!
(Valentin ab).
Proteuns. Er jagt der Ehre nach,
Wie ich der Liebe; von den Freunden trennt Er ſich, um ihrer wuͤrdiger zu werden. Ich gebe mich und meine Freunde— Alles Geb' ich um Liebe auf. Du, Julie, Haſt mich ſo umgewandelt. Deinetwegen Verſäum' ich meine Studien; dir zum Opfer Bring' ich die Zeit, verachte guten Rath, Und ſpreche Hohn der ganzen Welt. Durch Traͤume
Schwaͤcht ſich mein Geiſt; das Herz fuͤhl' ich erkranken
Von duͤſteren, ſchwermuͤthigen Gedanken. (Hurtig tritt auf).
——,—.
—


