Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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406 Anmerkungen

hinzu:ooking on his hands: Dieſer erklaͤrende Zuſatz iſt gewiſ ein durchaus unrichtiger. Zeigt er ſchon ietzt ſeine Haͤnde, ſo zeigt er auch die Dolche, die er mitgebracht hat. Ich beziehe dieſe Worte auf jene Szene, die er eben verlaſſen hat, den Anblick des ermordeten Koͤnigs. Das Wort sorry ſteht hier, der Abſicht des Dichters gemaß, hoͤchſt ſonderbar und laͤßt ſich gar nicht uͤberſetzen. Sorr iſt ein Ausdruck mehr im gemeinen Leben, als in der Poeſie, oder der Tragoͤdie gebraucht. Es be⸗ deutet' nach umſtaͤnden kläglich, oder kuͤmmerlich, wehmuͤthig, ſelbſt erbaͤrmlich in einem halb komiſchen Sinne, wie man bei uns wohlmiſerabel braucht. So, in dieſer letzten Bedeutung, faßt er es auf, und ſie noch mehr, weshalb ſie ſagt, es ſey ein thoͤrichter Gedanke, ein naͤrriſch Wort. Das Halbkomiſche iſt hier das Furchtbare. 2

Macb.Als ſaͤhn ſie mich mit dieſen Henkershaͤnden. Dies nach der Interpunktion des Orig.

As they had seen me wich these Hangmans hands:

Listning their fear, I could not say amen, Warum die Edit. anders abtheilen, iſt unverſtaͤndlich.

As they had seen me, with these hang mans hands,

Listening their fear. I could ete.

Macb.Macheth mordet den Schlaf! Jene ſeltſame Stimme, die M. in ſeiner Angſt zu hoͤren glaubt, kann in ſeiner Imagination unmoͤglich die ganze ausgefuͤhrte und ſchildernde Rede ſagen. Er ſelbſt beſchreibt und lobt den Schlaf, wie es hier in der Ueberſetzung angegeben iſt. Eine uͤberfluſſige Bemerkung fuͤr den poetiſchen Leſer, wenn die Editoren nicht wie⸗ der falſch abgetheilt und erklaͤrt haͤtten.

S. 299. Macb.Ha! welche Haͤnde! Dieſe Worte vuft er wohl, indem er ſeine eignen blutigen Haͤnde ſieht.

Und Gruͤn in Roth verwandeln.

Mabing the Green one, Red. Hier haben die Edit., welche im Othello die von uns angenommene Deutung(A. V.) des Put out the light nicht annehmen, einen epigrammatiſchen Sinn den Worten, beigelegt, indem ſie drucken

Making the green one red.

S. 300. Der Pfoͤrtner. Nach dem Ungeheuern der vori⸗ gen Szenen ein Ruhepunkt, eine Maßigung, wie Sh. gern der⸗ gleichen anbringt, um zu neuen großen Eindruͤcken das Gemuͤth wieder faͤhig zu machen. Eine Art Comoͤdie, eine wirklich komi⸗ ſche Wirkung ſoll gewiß nicht eintreten. Es kommt ihm mehr darauf an, zu zeigen, in welchem Zuſtande die Dienerſchaft war, vorzuͤglich der Pfoͤrtner, der den eigentlichen Pallaſt, den innern Hof verſchloſſen haͤlt; dieſer hat den Rauſch nicht ganz verſchla⸗ fen, er kann ſich kaum wach erhalten, und lallt ſeine ſchlaftrun⸗ kenen Scherze. 68S. 301. Aus den Schilderungen des Lenor erfahren wir ietzt, daß die Nacht ſehr ſtuͤrmiſch geweſen iſt. Waͤhrend des