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zum neunten Bande. 401
The love that follovs us, sometime is our trouble,
Which still we thank as love. Dies Erſte iſt allgemein: Liebe, die uns folgt, die auf uns ein⸗ dringt, kann uns oft laͤſtig fallen, aber wir danken ihr dennoch, weil ſie Liebe iſt.
Herein I teach you,
How Jou shall bid God yield us for Jour pains,
And thank us for your trouble.
Nun verſteht ſich dieſer Satz von ſelbſt; ſo lehre ich nach dem,
wie ihr mir nach Gottes Lohn dafuͤr ſagen muͤßt, daß ich euch durch meinen Beſuch dieſe Unruhe mache. Der weiche Koͤnig will der Wirthin des Hauſes eine Artigkeit ſagen, und die Editoren ha⸗ ben ſich bloß dadurch verwirren laſſen, daß ſie die erſten Verſe, die etwas Allgemeines ſagen, ſchon auf den Koͤnig bezogen.
— 3. 9. v. u. Lady Macbeth.—„Bleiben wir im
Gebet Euch Knecht und Diener.“
We rest your hermits.
In Kloͤſtern, Armenhäuſern und Spitaͤlern wurde fuͤr die Stif⸗ der der Anſtalten regelmaͤßig gebetet, in katholiſcher Zeit der Ro⸗ ſenkranz; dieſe Betenden nannten ſich beadsmen. The beads iſt der Roſenkranz, obgleich das Wort eigentlich von unſerm Beten, Bit⸗ ten, ſtammt. Beadsmen konnte dann jeder heißen, der aus Ver⸗ pflichtung oder freiwillig fuͤr einen andern betete. So ward es fruͤh eine Artigkeit, ſich den beadsman eines Vornehmeren zu nennen, wie ergebner Diener, oder dergl.— Hier in dieſer aufgeſchraubten Rede der Lady, die um ſo mehr Demuth und Ergebenheit ausdruͤcken will, ie feſter ihr boͤſer Entſchluß iſt, genuͤgt ihr keines der gebraͤuch⸗ lichen Worte, und ſie ſteigert beadsmen geſucht und willkuͤhrlich zu hermits. Macheth laͤßt ſich unmoͤglich Vers fuͤr Vers uͤber⸗ ſetzen, und ſo haben wir einigemal, wie hier, vorgezogen, den Gedanken zu umſchreiben, um ihn deutlich zu machen. Blickt man in die Hriginal-Ausgabe, ſo uͤberzeugt man ſich uͤberdies, wie willkuͤhrlich, und oft ganz ungehoͤrig, die Verſe geordnet ſind, wie wir ſie in den hergebrachten Editionen leſen⸗
S. 292. Siebente Szene. Von dieſem Monolog muß ich etwas umſtaͤndlicher Rechenſchaft geben, warum er ſo einge⸗ theilt, und auf dieſe Art uͤberſetzt iſt. Im Weſentlichen weiche ich von der gewöhnlichen Anſicht nicht ab, aber wohl in einzelnen Verſen. Macheth tritt in tiefen Gedanken auf, er hat die Ein⸗ ſamkeit geſucht, ſelbſt ſich vom Koͤnige entfernt, dem es aufge⸗ fallen iſt. Indem ſein Vorſatz, alles, was ſich damit verknuͤpft, wieder ſeinem Geiſt voruͤber gegangen iſt, ſagt er, in der Mitte der Gedankenreihe laut ſprechend: wenn die That gelingt, und damit alles zu Ende iſt, ſo muß man ſie ſchnell thun. Aber gewiß werde ich ſchon hier, im Leben, dafuͤr geſtraſt, und alſo iſt mit dem Morde ſelbſt das Wenigſte geſchehn. Auch zwingt mich Ehre und Pflicht, es zu unterlaſſen. Am wichtig⸗
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