Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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390 Anmerkungen

In allen alten Stuͤcken, auch bei Moliere und ſpaäͤter bei Hol⸗ berg, iſt die Szene ſelten ganz genau angegeben, die Figuren ſprechen, oft ſind ſie auf einem platz, der nur öffentlich, Straße ſeyn kann; plotzlich, ohne daß die Szene wechſelt, werden ſie im Zimmer gedacht. Weit mehr iſt dies auf der alten Engli⸗ ſchen Buͤhne der Fall, auf welcher die Architektur das war, was wir jetzt Dekoration nennen.

S. 217. Dritte Szene. Dieſe Szene hatte Schlegel in Alexandriner uͤbertragen. Romeo war das erſte Stuͤck, in welchem er ſeine Kunſt als ueberſetzer des Shak. zeigte: ſpaͤter wuͤrde er ſie ſelbſt geaͤndert haben, denn die Alexandriner ſchlep⸗ pen, und ſind in ihrem Gange fuͤr den Gegenſtand zu träge. Hier iſt der Verſuch gemacht, ſie in fuͤnffuͤſige Verſe aufzuloͤſen, und doch Schlegels Worte, wie es moglich war, beizubehalten.

S. 221. In dieſer Szene iſt der Verſuch gemacht, das meiſte von dem, was Schlegel ausließ, wieder her zu ſtellen. Dies Geſchwaͤtz uͤbermuͤthiger Juͤnglinge iſt ſehr charakteriſtiſch, wenn es auch keinen Inhalt hat. Da alles Wortſpſel und An⸗ ſpielung iſt, ſo muß die Ueberſetzung freilich eine Thorheit oft fuͤr eine andere geben.

3Z. 228. 3. 6. v. o. Lorenz.O der leichte Fuß Wird nie den harten Stein abnutzen können

So die verbeſſerte Ausg.: O, so light a foot Will ne'er wear out the eyer lasting fünt: A lover may bestride the gossomers Phat idle in the wautou summer air, And Jyet nat fall: so light is vanity. Dieſe ganze Szene iſt in der umarbeitung anders. Schlegel zog es vor, ſtatt dieſen fuͤnf Verſen nur die zwei aus jener Erſten Quart zu geben: So light a foot ne' er hurts the trodden flower; Of lore and joy, see, see the sovereign power: Mit leichtem Tritt, der keine Blume biegt; Sieh, wie die Macht der Luſt und Wonne ſiegt. Scheinbar poetiſcher, aber wir muͤſſen doch der Verbeſſerung folgen. Und iſt es wohl im Charakter des alten Mönchs, ſich ſo auszudruͤcken, wie es wohl auch ein Verliebter thun koͤnnte? Wir muͤſſen aber auch nicht vergeſſen, daß flower hier gar nicht Blume zu heißen braucht, ſondern daß ohne Zweifel der Boden, der ſtei⸗ nerne Flur gemeint iſt, daſſelbe Wort, welches wir auch haben⸗ und ſo hieße es doch in der alten Ausg. daſſelbe, und bezeichnete nichts als den leichten, ſchwebenden Gang des liebenden Maäͤd⸗ chens. Es iſt nicht unmöglich, daß trodden flower, weil es im Klange gar nicht zu unterſcheiden iſt, ſchon fruh fuͤr Blume mißverſtanden wurde, und daß dies den Dichter um ſo mehr vermochte, dieſe Verſe ganz umzuſchreiben, noch die Hy⸗