zum neunten Bande. 387
S. 174. V. 15. v. o. Biron.—„Der ſein Geſicht in Falten alt gelaͤchelt.“ That smiles his cheek in years.
Wie konnte Theobald dieſen Ausdruck nicht verſtehn? Boyet, ſo ſieht man aus dem Stuͤcke, iſt nicht mehr ſo jung, wie der Koͤnig und ſeine frohe Geſellſchaft, er iſt aber eben ſo wenig ein alter Mann: er hat aber, ſagt Biron, ſo immerdar gelaͤchelt, daß er ſeine Wange, die ſonſt glatt ſeyn wuͤrde, in Jahre, in Runzeln hinein gelaͤchelt hat, er hat vom zu vielen Laͤcheln Fal⸗ ten bekommen. 1
S. 175.— Biron.„Und drei mal drei macht neun.“— Daß Schaͤdel ſich nicht durch Zaͤhlen in die Anzahl der Helden finden kann, ergoͤtzt die uͤbermuͤthigen jungen Leute, und wenige Augenblicke nachher ſind die Witzlinge gerade eben ſo unfaͤhig⸗ Auch bis in dieſe Kleinigkeiten hinab zeigt ſich die uͤbermuͤthige und hoͤchſt behagliche Stimmung des Dichters.
S. 179. Bir.„Und wenn du ein Loͤwe waͤrſt.“— das Spiel mit Judas, mit Jude und ass ließ ſich im Deutſchen nicht nachahmen. Hier hat der Uebſ. am meiſten gewagt.
S. 181. Armad.—„ich habe kein Hemd“— Allerdings war es eine Bußuͤbung, ohne Hemde zu gehn, allein der Spa⸗ nier ſoll hier als armſelig verſpottet werden: der Mangel an Leinen, oder ſchlechtes Linnens, der noch jetzt dem Suͤdlaͤnder weniger auffallt, war dem Englaͤnder immer ein Gegenſtand der Verachtung.
S. 184. Nach dem zweiten Verſe dieſer Seite fehlen hier im Deutſchen ſechs Verſe, welche Biron und Roſaline ſprechenz da die Frage und die Antwort ſpaͤterhin wieder kommen, und ausfuͤhrlicher, ſo muß man annehmen, daß das Spaͤtere eine Correktur des Dichters ſey, und daß Quart und Folio aus Un⸗ auch die vom Dichter geſtrichenen Verſe gedruckt.
aben.
Roſaline.„Oft Lord, Biron u. ſ. w.“ Dieſe lange und ſchoͤne Rede ſteht hier ſtatt jener geſtrichenen. Biron verwundert ſich anfangs uͤber dieſe ſonderbare Aufgabe und Buße, die ihm von der Witzigſten und Muthwilligſten unter den jungen Fraͤu⸗ lein auferlegt wird:— nachher S. 185. verſpricht er, zwoͤlf Monde im Hospital zu ſcherzen. Er wird dies mit einem ſchalk⸗ haften Seitenblick auf ſeine Leidensgefaͤhrten thun, die ein gan⸗ zes Jahr von ihren Geliebten getrennt ſeyn ſollen, und wie ſie alle verſichert haben, nur Schmerz und Sehnſucht der Liebe em⸗ pfinden koͤnnen. So kehrt jetzt die Comoͤdie in ſich ſelber zuruͤck: was die Studienfreunde anfangs drei Johr zu thun beſchworen, aber meineidig wurden, nachdem ſie kaum den Eid geleiſtet hatten, dazu ſind ſie jetzt fuͤr zwoͤlf Monate, um ſie zu ſtrafen, verurtheilt. Sie werden witzig und gelehrt disputiren von ihrer Liebe dichten, Spaß treiben, und auch Armado fehlt ihnen nicht,


