Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
Einzelbild herunterladen

385 Anmerkungen

Schwarz iſt die Farbe der Hoͤlle, des Gefaͤngniſſes, und die Schule der Nacht; wo ſie Schule haͤlt, oder ſitzt, um zu ler⸗ nen: die Vergleichung bleibt immer dieſelbe.

S. 162. Z. 4. v. v. Cath.Ich wiege nicht u. ſ. w. Ein andres Spiel fuͤr das im Original. Statt Roſalindens Rede: past care is still past cure, ſtellen die Engl. ohne Noth die Worte um: past cure is still past care⸗

Cath.Schwarz wie das große B. Schon iſt viel mit Witz uͤber Roſaline, als Bränette, von allen Seiten ge⸗ ſcherzt worden. Die Anfangsbuchſtaben in den alten Buͤchern waren oft noch ausgemalt, nach Art der Miniaturen in den pergamentnen Manuſcripten der Vorzeit: wo dies nicht ange⸗ bracht wurde, waren ſie wenigſtens roth gedruckt: um ſo ſ zer nimmt ſich dann der folgende Buchſtabe aus, und ſo in den Finderbuͤchern das B nach dem rothen A. Catharina muß ſehr blond und roth ſeyn: nur hat ſie Pockengruben. Wie dies konnte ſichtlich gemacht werden? Den folgenden Vers hat nach den Originalen die Prinzeß, und er iſt ihr in der Ueberſ. wieder gegeben.

S. 165. Es treten Mohren auf mit Muſik. Nach der Anweiſung der Folio der Knabe, in Bereit⸗ ſchaft eine Rede zu halten. Wie es gebraͤuchlich war: und worauf im Romeo, und ofter angeſpielt wird. S. auch Timon.

Z. 18. v. u. Biron.Schoͤnheiten, reichen nicht, Warum ſoll Biron den Vers nicht ſprechen, der ſchon verdruͤß⸗ lich iſt, daß er die Damen maskirt findet. Er kann das Spot⸗ ten, wenn es auch ihm ſelbſt nachtheilig iſt, nicht unterlaſſen. Die Edit. haben dieſen Vers dem Bayet gegeben.

S. 166. Z. 10. v. u. Roſ.du flehſt um etwas Mon⸗ denſchein im Waſſer. Moonshine in the water, ein Sprich⸗ wort, um ein ganz Nichtiges zu bezeichnen.

S. 172. 3. 4. v. u. Roſ.Kein senza bitt ich; im Drig. das franzöſiſche Sans. Dieſes Woͤrtchen ſpielt im Engli⸗ ſchen, und beſonders bei den Comoͤdien⸗Dichtern jener Tage eine wunderliche Rolle. Schon in Lylys Luſtſpielen, die mehrere Jahr älter als gegenwärtige Comodie ſind, koͤmmt sans oͤfter dor anſtatt without, und es ſoll dort keine Affektation andeu⸗ ten, ſondern es wird in der feinern Rede, wie die Gebildeten ſprechen, als ganz natuͤrlich angeſehn. Hier wird es als Ziererei gerugt, und einige Jahre ſpaͤter braucht es Jaques in As Jou ſike it in ſeiner Schildrung von den menſchlichen Lebensſtufen wieder, ohne daß es als Affektation angeſehn wird. Das ſieht man wohl, daß es in einfacher Rede, im buͤrgerlichen Ausdruck nicht gebraucht wurde: es bezeichnet Bildung, feinen Anſtand, oder eine gewiſſe Feierlichkeit, indem es auch eben ſowohl alter⸗ thuͤmlich als elegant iſt.