Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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384 Anmerkungen

Die Leſecrt der Neuern, der Editoren, iſt gewaltſam, ſie ſuchen nur einen Gegenſatz, und den finden ſie in senior junior; allein dies iſt kuͤnſtlich und geſucht; die alte Leſeart: Phis signior Junio's gyant dwark laͤßt ſich wohl noch rechtferti⸗ gen und erklaͤren: denn kann nicht Junio's(was gar keinen Sinn giebt) ein Druckfehler fuͤr Julio's ſeyn! dies waͤre denn der damals ſo beruͤhmte Giulio Romano, der bis zur Syrich⸗ woͤrtlichkeit bekannt war. Das angenommen, haͤtte die Stelle gar keine Schwierigkeit. Alles das, was Biron hier von dem kleinen großen Gotke ausſagt, hatte Julio Romano im Pallaſte von Mantua(Palazzo del T) gemalt, und die Kupferſtiche da⸗ von waren verbreitet und bekannt genug.

S. 140. Erklaͤrungen zu der Szene, welche hier beſchloſſen wird, ſind immer fuͤr den deutſchen Leſer uͤberfluͤſſig, wenigſtens läſtig. Der Ueb. hat viel Zeit und Muhe darauf gewendet, dieſe Spaͤße, ſo viel es moͤglich war, deutſch zu machen: wer nicht die Gabe hat, ſich harmlos auch an dergleichen zu ergotzen, wird dieſe Muͤhe eine verlorne nennen.

Zweite Szene. Es iſt keinem Zweifel unterworfen, daß Sh. in der Schilderung des Holofernes den damals bekannten Sprachmeiſter Florio hat portraͤtiren wollen. Dieſer hatte ſich ſchon laͤngſt durch manches Werk, durch welches er die Kennt⸗ niß der italiaͤniſchen Sprache verbreiten wollte, bekannt gemachtz auch gab er ein italiäniſches Woͤrterbuch heraus. Wahrſcheinlich ſprach dieſer nicht ungelehrte Mann, ſo verwoͤhnt, auch im ge⸗ meinen Leben auf die Art, wie ihn der Dichter reden laͤßt.

S. 141.. 16. v. u. Nathan.und ſolche unfrucht⸗ bare u. ſ. w. hier ſind dieſe Worte des Nathanael wieder in Proſa aufgeloſt, wie ſie es ſeyn muͤſſen: der Vers iſt nur mit Zwang keer zu bringen und faͤngt erſt nachher an. So iſt es auch m Fol.

S. 142. Straff ſpannt Schon Lenz hat in ſeiner fruͤhern Ueberſetzung dieſes ſeltſame kleine Gedicht ſehr glucklich nachgeahmt.

In dieſer Sz. hat ſich der Ueberſetzer viele Freiheiten neh⸗ men muͤſſen, um die unuͤberſetzbaren Spaͤße durch ähnliche deutſche einigermaßen herzuſtellen⸗

S. 145. Z. 3. v. u. Holof.Euch, Freund, lad! ich zugleich, u. ſ. w. Die letzte Rede iſt im Fol. in zwei ſon⸗ derbare Verſe eingetheilt, die ziemlich wie zwei ſchlechte Hexame⸗ ter lauten:

Sir, I do invite you too, Vou shall not say me nay: pauca verba!

Away, the gentles are at their game, and we will to our recreation.

Schon Sidney, der damals allgemein verehrte Dichter, hatte ſich in engliſchen Herametern verſucht; ſie mißriethen und fanden keinen Beifall, außer bei einigen, die ſich nach ihm ebenfalls