Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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376 Anmerkungen

ſchrieben, verlangt, daß jedes Wort genau beobachtet werde. Jachimo ſagt: dadurch, daß er verbannt iſt, gewinnt Poſthu⸗ mus am meiſten bei denen, die von der Parthei der Prinzeſſin ſind: wenn dieſe Faktion ihn nicht ſo uͤber die Gebuͤhr erhoͤbe, ſo wuͤrde natürlich die Einſicht der Prinzeß als ganz albern und nichtig erſcheinen, wenn ſie einen Bettler geheirathet haͤtte, wie er unleugbar iſt, without less quality,(wie die Fol. ganz rich⸗ tig lieſet) ohne weniger große Eigenſchaften, als man ihm zuſchreibt. Das less iſt gerade hier ſehr nachdruͤcklich, und die Forrektur Rowe's und ſeiner Nachfolger, without more macht den Dichter ungrammatiſch.

S. 20. Siebente Szene. Imogen. Dieſer Mono⸗ log iſt von den Editoren als ſchwierig, dunkel und unverſtaͤndlich behandelt worden. Die Sprache iſt geſucht; alles, wie es einem Monologe in dieſer Stimmung geziemt, nur angedeutet. „Ein grauſamer Vater,“ ſagt ſie zu ſich ſelbſt,„und eine falſche Stiefmutter, ein thoͤriger Freier einer vermaͤhlten Frau, die einen Mann hat, der von ihr verbaunt iſt: o der Mann! My supreme crown of grief! Dos Hoͤchſte meines Kummers, indem ich Fuͤr⸗ ſtin und Thronerbin bin, die Krone meines Leides: und immer⸗ dar deshalb gequaͤlt! Häͤtte man mich doch, wie meine Bruͤder, in der Kindheit geraubt! Am elendeſten iſt der Wunſch nach Aenderung, wenn man die hoͤchſte Stelle einnimmt;“ most mi- serable is the desire, that's glorious. The desire iſt hier die Sehnſucht, der Wunſch nach einer andern Lage; die Bruͤder, die wahrſcheinlich als Schaͤfer oder Bauern in einem dunkeln Stande leben, ſind nicht ſo unglucklich, wenn ſie Veraͤndrung wuͤnſchen, weil ſich doch etwas von ihrem Wunſch erfuͤllen kann: ich, auf dieſer Hoͤhe, bin dadurch die elendeſte. Daß dies die richtige Er⸗ klärung ſey, zeigt ſich durch die folgenden Verſe: blessed be those, how mean soeyer, that have their honest wills— im niedrigſten Stande iſt Heil und Segen, wenn der Arme ſeinen ehrbaren, erlaubten Wunſch erreicht, ſey der Wunſch, der Stand auch noch ſo arm,(erlaubte Heirath, Beiſammenleben, Ruhe, duͤrftige Nahrung) which season*s comfort; wenn Freude, Luſt, Heiterkeit dieſe Wuͤnſche wuͤrzt und erhebt.— Macht man ſich mit des Dichters eigenſinniger Sprache vertraut, die er vor⸗ zuͤglich in ſeinen letzten Jahren ſo gern redete, folgt man ſeiner Gedankenverbindung und verlangt nicht jene Deutlichkeit der Dichter vom zweiten Range, die zuweilen in den Monologen am richtigſten in der Logik und Grammatik ſind, ſo verſchwinden viele Dunkelheiten und die Emendationen werden uͤberfluͤſſig.

Z. 6. v. u.„Beachte ihn in dem Maaße, wie dir deine Pflicht theuer iſt.“ Ich leſe wie das Original: Reflect upon him accordingly, as vou value Jour trust.— Die Editoren ändern ohne Noth: as Jou value Four truest— Leonatus. Die Leſeart, die wir angenommen, iſt in jeder Hinſicht vorzu⸗ ziehn; bei dieſer ſonderbaren Wette wird Imogen, ohne daß es