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Anmerkungen zum neunten Bande.
Cymbeline.
Vielleicht die letzte Dichtung des großen Poeten, und wohl 1614 oder 1615 geſchrieben. Es iſt auch nicht unmoͤglich, daß dieſe bunt geflochtene romantiſche Geſchichte ſchon in der Jugend den Dichter begeiſterte, um ſie fuͤr das Theater zu verſuchen. In keinem Werke Sh. herrſcht eine ſo große Verſchiedenheit der Sprache, der galante Hofton, der tragiſche Ausdruck der Leidenſchaft, die Pracht der Bilder, die Zaͤrtlichkeit der Liebe, die naive Natuͤr⸗ lichkeit, das ganz Schlichte, faſt Baͤuriſche mancher Stellen, im Gegenſatz des bis zum Dunkeln Geſuchten. Auch auf dem neuen und neueſten engliſchen Theater hat das Stuck ſich erhalten: es iſt ſo reizend, weil es Geſchichte, Maͤhrchen, Tragoͤdie und Luſtſpiel alles zugleich iſt, kecker gemiſcht und von friſcherem Colorit als andere aͤhnliche Werke, ſelbſt dieſes Dichters.
S. 4.— 1. Edelm.„unſer Blut
Gehorcht nicht mehr dem Himmel, als der Hoͤfling Stets wie der Koͤnig ſcheinen will.“
— our bloods No more obey the heavens, than our courtiers Still seem, as does the king.
Gleich dieſer Anfang hat weitlaͤufige Noten veranlaßt. Und doch zeigt ſich kaum eine Schwierigkeit: unſer Blut iſt nicht mehr dem Einfluß des Himmels, der Atmoſphaͤre unterworfen, oder, nach aſtrologiſcher Anſicht, dem Einfluß der Planeten, wie die Mienen und der Ausdruck der Phyſiognomie ſich unbedingt
nach der Freude, dem Leid, Zorn oder Mißvergugen des Koͤni⸗
ges richten. Man muß dann freilich, wie wir gethan haben, dieſe Interpunction annehmen, welche ſchon Tyrwhitt vorſchlug; das Hriginal(die Folio von 1623, wir haben keine Quart⸗ Ausg. dieſes Schauſpiels) lieſt: Our bloods No more obey the theavens then our Courtiers: Still seeme, as do's the Kings. Dies als richtig angenommen, laͤßt kaum noch eine Erklaͤrung zu. Ich halte jenes Colon aber nur fuͤr einen Druckfehler. S. 4. Z. 15. v. u.„Dem Juͤngſten Muſterbild, dem Rei⸗ feren Ein Spiegel fuͤr des Schmuck's Vollendung“—


