Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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28 Cymbeline. A. II.

Der Vater hier, den die Stiefmutter lenkt; Die Mutter dort, die ſtuͤndlich Raͤnke ſpinnt; Ein Freier, haſſenswurd'ger als der Bann

Des theuren Gatten und der ſuͤnd'ge Vorſatz Der Scheidung! Unerſchuͤttert halte Gott

Die Mauer deiner Ehr'; und unentweiht

Den Tempel, dein Gemuͤth; die Treu' belohne Ruͤckkehr des Gatten, und die Herrſcherkrone!

Cer geht ab.)

3 weite Szene. Schlafzimmer, in einer Ecke ſteht die Kiſte. (Fmogen im Bett, leſend, eine Kammerfrau.)

Imogen.

Iſt jemand da? wie, Helena? Rammerf. Hier bin ich. Imog. Was iſt die Uhr?

Rammerfr. Faſt Mitternacht, Prinzeſſin. Imog. Drei Stunden las ich denn: mein Aug' iſt matt:—

Schlag' hier das Blatt ein wo ich blieb; zu Bett:

Nimm nicht die Kerze weg: nein, laß ſie brennen;

Und koͤnnteſt du um vier Uhr munter werden,

So bitte, weck' mich. Schlaf umfängt mich ganz. (die Kammerfrau geht ab.)

Ihr Götter, Eurem Schutz befehl' ich mich! Vor Elfen und den naͤchtlichen Verſuchern, Schirmt mich, ich flehe!

(ſie ſchläft ein. Jachimo ſteigt aus der Kiſte)

Jach. Die Heimchen ſchril'n, der Menſch, von Ar⸗ beit matt, Gewinnt ſich Kraft im Ruhn: So leiſ' auf Binſen Schlich einſt Tarquin, eh' er die Keuſchheit weckte, Die er verwundete.— O Cytherea, Wie hold ſchmuͤckſt du dein Bett! du friſche Lilie! Und weißer als das Linnen! Duͤrft' ich ruͤhren!