Sz. 1. Cymbeline. 27
nigin meiner Mutter; jeder Hansnarr ſchlagt ſich die Haut voll, und ich muß auf und ab gehen, wie ein Hahn, an den ſich keiner traut.
2. Edelm.(für ſich) Und doch iſt euch die Dummheit angetraut.
Clot. Was ſagſt du?
1. Edelm. Es ſchickt ſich nicht fuͤr Euer Gnaden, ſich mit jedem Geſellen herum zu ſchlagen, den Ihr beleidigt.
Clot. Ja, das weiß ich wohl; aber es ſchickt ſich fur mich, die zu beleidigen, die weniger ſind als ich.
3 Edelm. Ja, das ſchickt ſich nur fuͤr Euer Gnaden allein.
Clot. Nun, das mein' ich.
1. Edelm. Habt Ihr von jenem Auslaͤnder gehoͤrt, der heut Abend an den Hof gekommen iſt?
Clot. Ein Auslaͤnder! und ich weiß nichts davon?
2. Edelm.(für ſich.) Er iſt ſelbſt ein ausländiſch Thier, und weiß es nicht.
1. Edelm. Ein Italiaͤner iſt angekommen; und, wie man ſagt, ein Freund des Leonatus.
Clot. Leonatus? der verbannte Schuft; und dieſer iſt auch einer, er mag ſeyn wer er will. Wer ſagte Euch von dieſem Auslaͤnder?
1. Edelm. Einer von Euer Gnaden Pagen.
Clot. Schickt es ſich, daß ich gehe und ihn anſehe? Iſt das keine Erniedrigung fuͤr mich?
1. Edelm. Ihr konnt Euch gar nicht erniedrigen, Prinz.
Clot. Nicht ſo leicht, das glaube ich auch.
2. Edelm.(für ſich.) Ihr ſeyd ein ausgemachter Narr, und dadurch ſo erniedrigt, daß nichts, was ihr thut, Euch noch mehr erniedrigen kann.
Clot. Kommt, ich will dieſen Italiaͤner anſehn; was ich im Kugelſpiel verloren habe, will ich heut Abend von ihm wieder gewinnen. Kommt, gehn wir.
2. Edelm. Zu Euer Gnaden Befehl.
(Cloten und der 1. Edelmann gehn ab.)
Daß ein ſo liſt'ger Teufel, wie die Mutter, Der Welt den Eſel gab! ein Weib, das alles Mit ihrem Geiſt erdruͤckt; und er, ihr Sohn, Kann, fuͤr ſein Leben, nicht von zwanzig zwei Abziehn, daß achtzehn bleiben. Arme Fuͤrſtin, O edle Imogen, was mußt du dulden!


