Zu wiſſen, was mich nah betrfft: Ich bitte
22 Cymbeline. A. I.
Jach. Ich ſah ihn niemals ernſt. Dort iſt ſein Kamrad ein Franzoſ“, ein ſehr Ausbuͤnd'ger Herr, der, ſcheint es, iſt verliebt In ein franzoͤſiſch Kind zu Hauſ'; er dampft Die ſchwerſten Seufzer aus; der luſt'ge Britte, Eu'r Gatte, lacht aus voller Bruſt, und ruft: O! meine Seiten ſpringen, denk' ich, daß Ein Mann, der durch Geſchichte weiß und eigne Pruͤfung, Was Frauen ſind, ja, was ſie muͤſſen ſeyn,— In ſeinen freien Stunden ſchmachten kann Nach ſichrer Knechtſchaft. Imog. So ſpricht mein Gemal? Jach. Ja, und die Augen thränen ihm vor Lachen. Es iſt ein Feſt ihn anzuhoͤren, Wie er den Franzmann hoͤhnt: Doch, weiß der Himmel, Mancher iſt ſehr zu tadeln. Imog. Er nicht, hoff' ich. Jach. Er nicht: doch hätte wohl des Himmels Huld Mehr Dank verdient.— In ihm ſchon unbegreiflich; In Euch, die ſein ward uber ſein Verdienſt,— Wie ich erſtaunen muß, ſo muß ich auch Tief Mitleid fuͤhlen. Imog. Und mit wem, mein Herr?. Jach. Mit zweien Weſen. Imog. Und bin ich das eine? Ihr blickt mich an: Was iſt an mir zerſtoͤrt, Das Euer Mitleid heiſcht? Jach. O, welch ein Jammer! Dem Glanz der Sonn' entfliehn, und Tröſtung ſuchen Im Kerker bei der Schnuppe Dampf? Imog. Ich bitt' Euch, Laßt Eure Antwort offen das
Was ich gefragt. Weshalb beklagt Ihr mich? 5
Jach. Daß von andern,
Fe woit ich ſagen, Euch geraubt wird— Doch
s iſt der Götter Amt dies zu beſtrafen, Nicht mein's, davon zu ſprechen. Imog. Scheint Ihr doch 3
(Da Ahndung eines Uebels oft mehr quaͤlt, Als Ueberzeugung: Denn gewiſſes Ungluͤck Iſt ohne Rettung; oder, fruͤh erkannt,


