Cymbeline⸗ A. I.
Siebente Szene. Ein anderes Zimmer im Pallaſt. (Imogen tritt auf.) 5 Imogen. Ein Vater hart, falſch eine Stiefmutter; Ein thoͤr'ger Freier der vermaͤhlten Frau, Und deren Mann verbannt!— O, dieſer Mann! Mein hoͤchſter Glanz des Leid's! und alle Drangſal Um ſeinetwillen!— Wär' ich auch geraubt, Wie meine Bruͤder, wohl mir! Doch hoͤchſt elend Iſt Sehnſucht auf dem Thron! Geſegnet, wem, Wie niedrig auch, ehrbarer Wunſch erfuͤllt wird, Durch Freud' erheitert.— Wer denn guält mich wieder?
(Piſanio und Jachimo treten auf.)
iſ. Juͤrſtin, dies iſt ein edler Herr aus Rom, v Briefen meines Herrn. . ach. Erſchreckt Ihr, Fuͤrſtine Der wuͤrd'ge Leonatus iſt ganz wohl, Und gruͤßt Eu'r Hoheit herzlich. (er giebt ihr einen Brief.)
Imog. Herr, ich dank' Euch:*
Ihr ſeyd willkommen ſehr. 8
Jech⸗ Cfür ſich.) Alles an ihr, was aͤußerlich, wie reich! Iſt ihr Gemuͤth ſo herrlich ausgeſtattet, Iſt einzig ſie Arabiens Phoͤnix, und Verloren hab' ich. Kuͤhnheit, ſey mein Freund! Frechheit, bewaffne mich von Kopf zu Fuß! Sonſt muß ich, wie der Parther, fliehend fechten; Ja, gradezu entfliehn.
Imog.(lieſt.„Er iſt ein Mann von der edelſten Aus⸗ zeichnung, deſſen Freundſchaft mich ihm unendlich verpflichtet hat. Beachte ihn in dem Maaße, wie dir deine
theuer iſt. Leonatus.“ Nur ſo weit leſ' ich laut: Doch meines Herzens Inn'res wird durchgluͤht Vom Uebrigen, und nimmt es bankbar an.— Den Willkomm habt Ihr, edler Herr, den ich


