Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
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18 Cymbeline. A. I.

Cpifanio tritt auf.)

Roͤnig.(ſür ſich.) Hier ein ſchmeichleriſcher Bub'; an ihm õ Pruf' ich's zuerſt; er iſt fuͤr ſeinen Herren, Und meinem Sohn entgegen. Ei, Piſanio. Doctor, fur jetzt bedarf ich dein nicht mehr: Du magſt nun gehn. Corn.(für ſich.) Ich trau' euch nicht: doch, Koͤn'gin, Ihr ſollt kein Unheil ſtiften. 3 Roͤnig. Gzu Piſanio.r) Hoͤr' ein Wort Corn.(für ſich.) ſie mir. Sie glaubt, te habe Ein zehrend Gift: doch kenn' ich ihren Sinn, Und wuͤrde keinem, der ihr gleicht an Tuͤcke, So hoͤll ſchen Trank vertraun: Das, was ſie hat, Betaͤubt und ſtumpft den Sinn auf kurze Zeit: Vielleicht verſucht ſie's erſt an Hunden, Katzen; Dann immer hoͤher auf; doch in dem Schein Des Todes, den dies giebt, iſt nicht Gefahr, Es feſſelt nur auf kurze Zeit den Geiſt, Der um ſo friſcher dann erwacht. Gethoͤrt Wird ſie durch falſchen Schein; ich, falſch an ihr, Bin um ſo treuer.

Roͤnig. Doctor, du magſt gehen,

Bis wir dich rufen laſſen. Corn. Ich gehorche. Cer geht ab.) Ronig. Du ſagſt, ſie weint noch immer? Glaubſt du cht

nicht, Daß mit der Zeit ſie ruh'ger wird, und Rath Einläßt wo Thorheit herrſcht? Thu' was du kannſt: Sagſt du mir einſt, ſie liebe meinen Sohn, Dann, glaube mir, ſtehſt du im Augenblick och, wie dein Herr, und hoͤher; denn ſein Gluͤck iegt ſprachlos da, ſein Name ſelbſt ſchoͤpft bald 3

Den letzten Hauch; heimkehren kann er nicht, 6

Noch bleiben wo er iſt: den Ort veraͤndern, Heißt nur ein Elend mit dem andern tauſchen; Und jeder neue Tag zerſtört ihm nur Des vor'gen Tages Werk; was kannſt du hoffen, Lehnſt du dich an ein Ding, das im Verfall,