Teil eines Werkes 
Neunter Theil (1833) Cymbeline
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12 Cymbeline⸗ A. I.

F Rom, in Philarios Hauſe.

(Es treten auf Philario, Jachimo, ein Franzoſe, ein Holländer und ein Spanier.)

Jachimo.

Glaubt mir, Herr: ich kannte ihn in Brittanien: ſein An⸗ ſehn war damals im Wachſen; und man erwartete die Vor⸗ trefflichkeit von ihm, die ihm ſpaͤter auch dem Namen nach zugeſtanden wurde; aber ich haͤtte ihn damals ohne die Nach⸗ huͤlfe der Bewunderung anſehn koͤnnen, wenn auch das Ver⸗ zeichniß aller ſeiner Gaben neben ihm aufgeſtellt geweſen waͤre, und ich ihn ſo artikelweiſe durchgeleſen haͤtte.

Phil. Ihr ſprecht von einer Zeit, da er noch weniger ausgeſtattet war, als er jetzt iſt, mit allen den Gaben, die ihn geiſtig und leiblich ſo vorzuͤglich machen.

Franz. Ich ſah ihn in Frankreich; und dort hatten wir Viele, die mit eben fo feſtem Auge, als er, in die Sonne blicken konnten.

Jach. Der Umſtand, daß er ſeines Koͤnigs Tochter ge⸗ heirathet hat(wobei er mehr nach ihrem als nach ſeinem eigenen Werthe gewogen werden muß), iſt gewiß ein Haupt⸗ grund, daß man ihn weit uͤber die Wahrheit hinaus preiſt.

Franz. Und dann feine Verbannung:

Jach. Ja, und die Billigung derer, die dieſe klaͤgliche Scheidung beweinen, und der Fuͤrſtin zugethan ſind; alle dieſe erheben ihn wunderbar uͤber ſein Maaß; geſchaͤhe es auch nur, um der Prirzeſſin Urtheil mehr zu befeſtigen, welches außerdem ein ſchwaches Geſchuͤtz niederſchmettern wuͤrde, wenn ſie einen Bettler genommen haͤtte, den nicht

die hoͤchſten Gaben ſchmuͤckten. Aber wie kommt es, daß er

bei Euch wohnen wird? Woher ſchreibt ſich dieſe Be⸗ kanntſchaft?

Phil. Sein Vater und ich waren Kriegskameraden, und ich hatte dieſem oft nichts geringeres als mein Leben zu

danken. (Poſthumus tritt auf.) Hier kommt der Britte; laßt ſeine Aufnahme unter Euch