Sz. 2. Cymbeline. 7
Wie ich mein armes Selbſt fur dich vertauſchte, Zu deinem ſchlimmſten Nachtheil: ſo gewinn' ich Sogar bei dieſem Tand; dies trag' von mir,
»S iſt eine Liebesfeſſel, die ich um
Die holdeſte Gefangne lege.
(er legt ihr ein Armband an.)
Imog. Goͤtter! Ach! wann ſeh'n wir uns wieder?
(Cymbeline tritt auf mit Gefolge.)!
Poſth. Weh! der Koͤnig!
Cymb. Hinweg! Elender du, mir aus den Augen! Belaͤſtigſt du den Hof nach dieſem Wort Mit deinem Unwerth noch, ſo ſtirbſt du; geh! Gift biſt du meinem Blut.
Poſth. Die Göͤtter ſchuͤtzen Euch!
Und ſegnen alle Guten, die hier bleiben! Ich gehe. Cer geht ab.)
Imog. Keine Marter hat der Tod So ſcharf wie dieſe.
Cymb. Pflichtvergeßnes Ding, Du ſollt'ſt die Jugend mir erneu'n, und haͤufſt 8 Mir nur der Jahre Laſt. Imog. Ich bitt' Eu'r Hoheit, Kraͤnkt Euch nicht ſelbſt mit Eurem Gramz ich bin Gefuͤhllos Eurem Zorn; ein tief'res Leid Tilgt Furcht und Angſt. Cymb. So ohne Gnad' und Sitte?
Imog. Ja, ohne Hoffnung; ſo weit ohne Gnade.
Cymb. Den einz'gen Sohn der Koͤn'gin auszuſchlagen!
Imog. O! wohl mir, daß ich's that! Den Adler
wählt' ich,
Und warf den Raben fort.
Cymb. Den Bettler nahmſt du; hätteſt meinen Thron Zum Sitz der Niedrigkeit gemacht.
mog. O nein; Ich gab ihm neuen Glanz.
Cymb. Verworf'ne! Imog. Vater,
Nur Ihr ſeyd ſchuld, lieb' ich den Poſthumus: Ihr zogt ihn auf als meinen Spielgefährten;


