Sz. Z Cymbeline. ₰
Aus ihrer Ammenſtub', und niemand ahndet, Bis dieſe Stunde, was aus ihnen ward. 2. Edelm. Wann fiel das vor? 1. Edelm. Vor etwa zwanzig Jahren. 2. Edelm. Daß Koͤnigskinder ſo entwendet wurden! So ſchlecht bewacht! ſo ſchlaͤfrig aufgeſucht, Daß keine Spur ſich fand! 1. Edelm. Mag's ſeltſam ſeyn, Und faſt zum Lachen ſolche Laͤſſigkeit, So iſt es dennoch wahr. 2. Edelm. Ich glaub' es Euch. 1. Edelm. Wir muͤſſen uns zuruͤckziehn; denn hier kommt Der edle Herr, die Koͤn'gin und Prinzeſſin. cſie gehn ab.)
3 weite Szene. Ebendaſelbſt. (Es treten auf die Königin, Imogen und Poſthumus.)„
Roͤnigin.
Nein, Tochter, ſey gewiß, nie find'ſt du mich, Nach der Stiefmuͤtter allgemeinem Ruf, Scheelaͤugig gegen dich: zwar als Gefangne Bewahr' ich dich, doch giebt dein Waͤchter ſelbſt Den Kerkerſchluͤſſel dir. Und„Poſthumus, Sobald ich kann den grimmen Koͤnig ſaͤnft'gen, Sollt Ihr in mir den Anwald ſehn: doch jetzt Entflammt ihn noch der Zorn; drum iſt es beſſer, Ihr neigt Euch ſeinem Spruch, und ſo geduldig, Wie Euch die eigne Weisheit lehrt.
Poſth. Ja, Hoheit, Ich reiſe heut. 5 Roͤn. Wohl kennt Ihr die Gefahr;— Nur durch den Garten geh' ich, denn mich jammert Die Qual gehemmter Lieb'; obwohl der Kénig Befahl, Ihr ſollt nicht mit einander ſprechen.
(ſie geht ab.)


